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Android vs. iOS: Vergleich und Analyse mobiler Betriebssysteme

Foto: Montage TecArt, Foto Android Device: Kate SERBIN , Foto Apple iPhone: Igor Miske

Was ist besser, Android oder Apple iOS?

Betriebssysteme sind fĂŒr uns Anwender die Basis unseres digitalen Lebens. Sie sind eine Plattform, auf der wir unser digitales Leben stattfinden lassen. Die Relevanz von jahrelang dominierenden Desktop-Betriebssystemen sinkt weiter zusehens, denn mobile GerĂ€te setzen sich in der Gunst der Anwender immer weiter durch: Sie sind einfach praktischer, immer dabei, immer an, schneller und durch Touch-Bedienung auch intuitiver zu bedienen.

Praktisch? Intuitiv? Alles relativ. Im Vergleich der beiden dominierenden mobilen Betriebssysteme Google Android und Apple iOS gibt es auf beiden Seiten Licht und Schatten. Als ich vor einem halben Jahr notgedrungen nach einem neuen digitalen WeggefĂ€hrten suchte, und mich fĂŒr diese Suche eben nicht nur nach dem GerĂ€t (der Hardware), sondern auch nach dem zweiten großen Baustein des Gesamtprodukts richten wollte, sah ich mich einer nicht enden wollenden Positiv-Negativ-Liste gegenĂŒber gestellt. Mit jedem Online-Beitrag, den ich in der Hoffnung nach einer fĂŒr mich passenden, klaren Empfehlung bzw. dem Killer-Argument mehr konsumierte, verlĂ€ngerte sich auch meine mentale Vergleichsliste der Argumente. Aktuell weist Google zum Keyword „mobile betriebssysteme vergleich“ 1.200.000 Ergebnisse auf (Stand 01.08.2017). mobile-betriebssysteme-vergleich-google Google Suchanfrage:mobile Betriebssysteme Vergleich (1.200.000 Ergebnisse, Stand 01.08.2017)

Nun möchte ich Ihnen, liebe Leser, dieses Leid ersparen und gebe am Ende dieses Artikels tatsĂ€chlich klare Empfehlungen fĂŒr eines der beiden Systeme fĂŒr unterschiedliche GerĂ€te- und Nutzertypen.

Was sind die Besonderheiten der Hardware von Android und Apple Handys?

Apple hat eine ĂŒbersichtliche Produktpalette

Apples Hardware setzt seit jeher Akzente, und vor allem mit der MarkteinfĂŒhrung des iPhone 2007 definitiv auch MaßstĂ€be. iPhones und iPads bestechen durch ihr klares Design, hochwertige Materialien und dementsprechend angenehme Haptik. Sie siedeln sich durchweg im Premiumsegment an, einige Modelle lassen sich auch dem mittleren Preissegment zuordnen. Die technische Ausstattung aktueller GerĂ€te ist stets zeitgemĂ€ĂŸ, auch wenn Apple neueste Technologien nicht immer als erstes Unternehmen seinen neuen Produkten implementiert (z.B. kam der WLAN-Standard -ac erst recht spĂ€t in die iPhones). Zu erwĂ€hnen ist auch, dass Apple als einziger, mir bekannter Hersteller noch hochwertige Smartphone-Hardware ohne Riesen-Displays von 5" und mehr anbietet, wobei auch mit dem iPhone SE wohl der letzte 4"-Kandidat in die HĂ€nde der Nutzer kam. Hardware-Erweiterungen wie Slots fĂŒr Speicherkarten oder Dual-SIM sucht man bei Apple vergebens.

Man muss sich vor dem Kauf im Klaren darĂŒber sein, wie viel Speicher es sein muss – ich empfehle mind. 32 GB, besser 64 GB.

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FĂŒr Android gibt es ĂŒber 1.000 Hersteller am Markt

Bei Android-Smartphones ist das Angebot unĂŒberschaubar groß und zersplittert, denn Google "verschenkt" das Betriebssystem an die Hersteller. Dementsprechend gliedert sich auch das Angebot in unzĂ€hlige Sparten, Leistungs- und damit auch Preissegmente. Google selbst brachte mit dem Pixel Phone 2016 ein erstes eigenes Smartphone heraus, produziert wird es von HTC. Zuvor wurden die Google-GerĂ€te unter dem Namen "Nexus" in Kooperation mit verschiedenen Herstellern wie HTC, LG und Motorola (inzwischen zu Lenovo gehörend) auf den Markt gebracht. WĂ€hrend die Hardware-Hersteller fĂŒr Ihre eigenen Produktlinien in der Regel mehr oder weniger stark angepasste Varianten des Google-OS verwenden, bieten vor allem die Pixel und Nexus GerĂ€te ein unverfĂ€lschtes Android, ohne sog. Bloatware (vorinstallierte, meist unerwĂŒnschte Apps, die sich oft nicht vollstĂ€ndig deinstallieren lassen). Doch auch die Android-GerĂ€te von Blackberry, Nokia oder Motorola bieten ein weitgehend "unverbasteltes" Android.

Doch auf die Hardware möchte ich gar nicht so genau eingehen, wichtiger ist mir an dieser Stelle die Software unter dem Display.

Wie sind die Funktionen und die Bedienbarkeit der Software von Android und IOS?

Eines fÀllt einem Android-Nutzer direkt bei der Einrichtung eines Apple Smartphones auf: Es gibt keine Widgets, diese kleinen Quick-Views auf die Inhalte einer App, an die man sich so schön gewöhnen kann.

Oh doch, da war doch was: Es gibt diese Widgets auch bei iOS – in eingeschrĂ€nkter Art, denn sie lassen sich nicht frei in unterschiedlichen GrĂ¶ĂŸen auf den Home-Screens platzieren, sondern sind mit einem Wisch nach rechts in vordefinierten GrĂ¶ĂŸen ersichtlich.

Ich kann damit leider nichts anfangen, benutze sie daher nicht und öffne lieber gleich die eigentliche App mit dem vollen Informationsgehalt. Die Homescreens sind dadurch mit App-Icons gefĂŒllt und bieten weniger Struktur. Weiterhin fĂ€llt wĂ€hrend des Einrichtungsprozesses auf, dass die Apps an sich gar keine oder nur noch eingestampfte MenĂŒs besitzen. Viel liegt in den Systemeinstellungen von iOS, u.a. auch die Rechtevergabe fĂŒr jede App, wie z.B. Zugriff auf Standort, Kamera und Mikrofon – eine Einstellungsoption, die sicherheits- und datenschutzbewusste Nutzer bei Android bis zur Version 6 zumeist vergeblich such(t)en (es gibt aber herstellerbedingte Ausnahmen! So lieferte z.B. Lenovo bei seinem Yoga Tab eine Rechteverwaltung fĂŒr Android 5 mit).

Seit iOS 10 gibt es, wie bei Android, Statusinformationen zu sehen, wenn man mit einem Wisch von ganz oben nach unten streicht. Aber, woher merkt der Nutzer, wann sich in der „Mitteilungszentrale“ eine evtl. fĂŒr ihn nĂŒtzliche Information verbirgt? Jede neue Meldung wird zunĂ€chst per einstellbarer Benachrichtigung (Banner oder Hinweis) im oberen Bildschirmbereich eingeblendet. Ist die Meldung verschwunden, gibt es keinen Hinweis mehr auf Infos in der Mitteilungszentrale. Es fehlt eine Anzeige in der Statusleiste. Mit einem Wisch von ganz unten nach oben öffnet man in iOS das Quick-Menu bzw. die Schnelleinstellungen, die aber im Vergleich zu Android recht mager ausfallen. Flugmodus, WLAN, Bluetooth, „nicht stören“, Helligkeit und NightShift sowie Schnellzugriff auf Rechner, Taschenlampe, Timer und Kamera bieten das Nötigste an schnell zu erreichenden Einstellungen (OK, Apples eigene FunkĂŒbertragungsprotokolle AirPlay und AirDrop auch noch). Mit iOS 11 soll dieser Bereich verbessert/erweitert werden.

Android-Nutzer kennen da, je nach Hersteller und Modell, mehr:

  1. LĂ€sst sich das Quick-MenĂŒ nach eigenen WĂŒnschen bestĂŒcken,
  2. lassen sich direkt daraus mitunter auch Funkverbindungen fĂŒr WLAN und vor allem auch Bluetooth auswĂ€hlen und
  3. lassen sich neben dem Standortdienst auch LTE und mobile Daten deaktivieren und der Stromsparmodus einstellen – neben weiteren Settings.

Allerdings gefĂ€llt mir das ĂŒbersichtliche systemseitige Mediaplayer-Widget in iOS sehr gut, das bietet Android so nicht.

Um die Telefon-LautstĂ€rke bis hin zur Stummschaltung und Vibrationsalarm einzustellen genĂŒgt bei Android die Bedienung der seitlichen Hardware-Tasten, bei iOS klappt das nur beschrĂ€nkt – es ist unverstĂ€ndlich, wieso man dafĂŒr umstĂ€ndlich in den Systemeinstellungen herumtippen muss.

Apropos umstĂ€ndlich: Wie man darauf kommt, zentrale SchaltflĂ€chen, wie den "ZurĂŒck"-Button in vielen Ansichten an die fĂŒr einen RechtshĂ€nder am schwierigsten zu erreichende Stelle zu packen (oben links) bleibt mir ein RĂ€tsel. Selbst wenn ab einer DisplaygrĂ¶ĂŸe von 4,7" die "Double-Tap"-Funktion auf dem Home-Button zur VerfĂŒgung steht (nicht fĂŒr das iPhone 4/5/SE!), um damit die SchaltflĂ€che in erreichbare Gegenden zu bringen, ist das eigentlich ein Usability-GAU. Ein Smartphone ist eben kein Desktop. Android ist da komfortabler.

Deutlich besser gelöst ist bei iOS hingegen die Systemintegration und der Datentransfer zwischen den Apps. Z.B. hatte ich beim Android 5.1.1 eines Sony Xperia Smartphones das merkwĂŒrdige Problem, dass manche Kontaktbilder und -daten nicht in der Kontaktanzeige der Telefon-App auftauchten. Das hatte ich beim iPhone nie, auch sonst wirkt das ganze System auch zwischen den Apps viel mehr wie aus einem Guss – nicht zuletzt wegen der recht strengen Design-Vorgaben fĂŒr App-Entwickler.

Will man seine Dateien in Verzeichnisse und Ordner sortieren, nimmt einem Apple diese Arbeit ab, gewollt oder nicht. Denn ein Zugriff auf das Filesystem ist erst fĂŒr iOS Version 11 vorgesehen. Ich bin sehr gespannt, wie Apple dieses Feature umsetzen wird; ich befĂŒrchte fast schon einen merkwĂŒrdigen Kompromiss – wie bei den vorangegangenen AusfĂŒhrungen zu Widgets, Quick-Menu, Statusinformationen, LautstĂ€rke-Regelung etc. Heruntergeladene Dateien kann man in mittels passender Apps importieren (z.B. die systemseitig mitgelieferten Apple Office-Apps), in der iCloud ablegen oder als PDF in iBooks speichern (Office-Formate werden vom System konvertiert).

Android-Nutzer haben dagegen Zugriff auf das komplette Dateisystem inklusive Systemordner. Ob es nun so weit gehen muss, wage ich fĂŒr Otto-Normal-User zu bezweifeln, klĂŒger wĂ€re es sicher, wenn die Anzeige von Systemdateien mit einem Warnhinweis erst aktiviert werden wĂŒrde, damit man nicht aus Versehen etwas kaputtexperimentiert. Die Anzeige von zu viel bzw. unbrauchbarer Information ist im Übrigen auch ein Usability-Fehler. Heruntergeladene Dateien erscheinen, wie vom Desktop gewohnt, im Download-Verzeichnis und lassen sich von dort aus mit auswĂ€hlbaren Anwendungen öffnen, wobei sich auch Standard-Apps fĂŒr bestimmte Dateitypen bestimmen lassen. So kann z.B. der Firefox-Browser zum Öffnen von Links aus E-Mails festgelegt werden, wenn man etwas mehr Privacy beim surfen möchte.

Was das Info-Management betrifft, habe ich mich bei Android immer etwas gestresst gefĂŒhlt, weil stĂ€ndig irgendeine App eine Benachrichtigung loswerden wollte und der PlayStore penibel ĂŒber ausstehende und erledigte Updates informierte. Allerdings lassen sich diese Benachrichtigungen auch fĂŒr jede App einzeln ausschalten. Blinkende Werbung in kostenlosen Apps tat ihr Übriges, teilweise sogar als verhasstes Pop-up oder Full-Screen-Anzeigen - das hat sich zum GlĂŒck auch etwas gebessert und meist hat man ja auch als Nutzer die Option gegen einige Euros die Werbung loszuwerden. Das iPhone kam da deutlich dezenter daher, stellenweise auch etwas zu gut gemeint, denn Benachrichtigungshinweise in Form eines entsprechenden Symbols in der Statuszeile gibt es nicht und so muss der Nutzer proaktiv in das Pull-Down-Menu schauen, wenn er die einmalige Einblendung der Benachrichtigung nicht mehr auf dem Schirm hat. Zum GlĂŒck gibt es wie bei Android sog. „App-ZĂ€hler“, die ĂŒber die Anzahl neuer Informationen (z.B. ungelesener Nachrichten) hinweisen.

Kommen wir zu einem weiteren Punkt, den ich sehr interessant fand, als ich beide Systeme im Vergleich betrachtet habe: den Tastaturen und deren WortvorschlĂ€ge bzw. Wörterbuchfunktion. Hier brachte Google einfach deutlich(!) brauchbarere, kontextbezogene Ergebnisse und ermöglichte dadurch eine schnellere Texteingabe. Außerdem können Nutzer eigene Wortkreationen direkt ins eigene Wörterbuch aufnehmen. Diese Funktion gibt es bei Apple zwar auch, ist aber ĂŒber die Allgemeinen Einstellungen > Tastatur > Textersetzung nur indirekt und - wieder einmal - umstĂ€ndlich zu erreichen. Die besseren Ergebnisse bei Android erklĂ€re ich mir vor allem durch Google‘s grĂ¶ĂŸten Vorteil: des unglaublichen Datenbestands durch die Indizierung des kompletten Internets. In Verbindung mit einem „liberaleren Umgang“ mit Nutzerdaten ergibt das ein bestechend gutes, kontextbezogenes Vorhersageverhalten der Anwendungen, nicht zuletzt auch des Assistenten Google Now bzw. des Google Assistant. Bei diesen Features liefern sich die Hersteller einen harten Wettkampf um die beste kĂŒnstliche Intelligenz (KI). Diese kann aber nur so gut funktionieren, wie sie auch trainiert werden kann, und da helfen nur Daten, Daten und nochmals Daten. Allgemeine Daten, wie sie im Web verfĂŒgbar sind, aber eben vor allem auch persönliche Daten und Nutzungsdaten. Meine EinschĂ€tzung ist, dass Google hier, bedingt durch das „Google-Weltwissen“ und Apple‘s Selbstverpflichtung zum Schutz der Nutzerdaten, viel mehr Möglichkeiten und Spielraum hat und dadurch natĂŒrlich auch weitaus „bessere“ Assistenten anbieten kann.

Mir persönlich ist das alles aber zu gruselig und ich deaktiviere diese Assistenten, wo ich nur kann.

Wie gut ist der Datenschutz & Sicherheit bei iOS und Android?

Und damit kommen wir unweigerlich zum Datenschutz. Apple liegt (angeblich) der Schutz der Nutzerdaten besonders am Herzen und wirbt auch damit. Security by Design bringt Apple mit der standardmĂ€ĂŸigen Hardware-VerschlĂŒsselung, diese muss bei Android erst durch den Anwender angestoßen werden. Ich persönlich finde, dass bei iOS weniger personalisierte Werbung und generell auch weniger prominent platzierte und qualitativ hochwertigere Werbung in kostenlosen Apps ausgespielt wird, was ich Ă€ußerst angenehm finde. Zudem mindert das die Gefahr, aus Versehen auf plötzlich aufpoppenden Werbe-Spam zu tippen. Auch hier kommen wieder die restriktiven Apple-Guidelines fĂŒr App-Entwickler zum Tragen. Bei iOS kann der Nutzer auch seine Werbe-ID selbststĂ€ndig zurĂŒcksetzen.

Punkte fĂŒr Apple. Jedoch: Bedingt durch die starke Abschottung des Systems gegen den Nutzer und auch gegen fremde HĂ€nde, fehlen nĂŒtzliche Funktionen in den Apps und fĂŒr das System. So kann ein Android-User die „Orbot“-App des Tor-Projekts als Proxy fĂŒr alle Anwendungen einrichten, sodass jeder Datenfluss kaum noch zurĂŒckverfolgt und damit auch nicht zur Profilbildung genutzt werden kann. Weiterhin bietet z.B. der Firefox-Browser System-Settings direkt in der Konfigurationsdatei unter der Adresse about:config, wo der Nutzer echte Datenschutzeinstellungen fĂŒr das Websurfing vornehmen kann (Anzeige der möglichen Einstellungsoptionen unter dem Stichwort „privacy“ oder „private“). Das ist unter iOS verboten, denn Apple verlangt die Verwendung des eigenen WebKit fĂŒr Browser. DafĂŒr gibt es im Apple AppStore die AdBlock Plus App zum Download, die allerdings auch nur Werbung im Safari-Browser behandelt; bei Android bietet sich die App wie die Orbot-App als allgemeiner Proxy fĂŒr alle Apps an. Google hat diese App aber nicht in den PlayStore gelassen (Warum nur?), man muss sie direkt vom Anbieter installieren und zuvor die entsprechenden Systemeinstellungen setzen (Apps aus „unsicheren“ Quellen zulassen).

Apple bot schon seit langem Möglichkeiten an, Systemrechte fĂŒr Apps zu beschrĂ€nken. Mit Version 6 des Google-Betriebssystems kehrt diese Option wieder in Android ein, nachdem diese bereits in der Version 4.3 vorhanden war, jedoch mit der darauffolgenden Version 4.4.2 wieder verschwand.

Nutzer-Accounts werden bei beiden Plattformen unterschiedlich behandelt. Bei Android benötigt man zwingend einen Google-Account, mit dem User auch andere Google-Dienste nutzen sollen. Ja, genau: damit Google mehr Daten bekommt. Dass Google E-Mails in Gmail inhaltlich scannt, um Anhaltspunkte fĂŒr nutzerzentrierte Werbung zu finden, ist weithin bekannt. Keiner weiß, was Google noch damit macht – indiziert ist indiziert und gespeichert ist gespeichert. Dies soll allerdings kĂŒnftig unterlassen werden . Die Einrichtung eines Apple-GerĂ€tes funktioniert grundlegend sogar ganz ohne Account („Apple-ID“), doch dann ist das GerĂ€t nur mit Basisfunktionen nutzbar, vor allem kann dann der AppStore nicht genutzt werden, aber auch iCloud et cetera bleiben außen vor. Also lieber doch mit Apple-ID; fĂŒr die Accounteinrichtung kann aber ein bestehender E-Mail Account beim Anbieter des Vertrauens genutzt werden (z.B. Posteo). FĂŒr mich stellt dies ein eindeutiges Indiz dafĂŒr dar, dass es Apple mit dem Datenschutz ernster meint als Google. Was die Accountsicherheit angeht, traue ich persönlich Google jedoch mehr zu, denn Apple ist in der Vergangenheit mehrfach in die Schlagzeilen gekommen, als sich Hacker Zugang zu Apple-ID’s verschaffen konnten, wobei sich hier als besonders anfĂ€lliges Einfallstor die Funktion „iPhone suchen“ herausgestellt hat.

Mein Tipp fĂŒr iOS-Nutzer: „Heise Online“ bzw. „Mac & i“ Newsletter bestellen und aufmerksam die Meldungen verfolgen. Sobald die Rede von möglichem Accountdiebstahl ist, deaktiviert ihr umgehend die Funktion in den iOS-Einstellungen bis wieder Entwarnung gegeben wird. Gute, fĂŒr diesen Account einzigartige, Passwörter und die 2-Faktor-Athentifizierung sind bei beiden Anbietern sowieso Pflicht, genauso bei Amazon und wo es sonst noch möglich ist.

Doch auch Google kommt in dieser Kategorie nicht ohne Schaden davon. Zwar ist mir kein Diebstahl von Google-Accounts bekannt, aber das Google Pixel Phone wurde bereits kurz nach der MarkteinfĂŒhrung zwei Mal geknackt . Die Hacker konnten ĂŒber SystemlĂŒcken Schadcode ausfĂŒhren. Zudem werden viele Android-GerĂ€te nach kurzer Zeit schon nicht mehr mit Security-Updates versorgt, das verstĂ€rkt das Problem deutlich.

Mein Tipp fĂŒr Android-Nutzer: Die meisten Android-GerĂ€te lassen sich auch ohne die datenhungrigen Google-Dienste betreiben! Eine Anleitung dazu findet Ihr bei heise.de . Zudem können versierte Nutzer auch alternative Android-Distributionen ("CustomROM") auf das GerĂ€t aufspielen, z.B. LineageOS (ehemals CyanogenMod).

Wer ein Privacy-Grundsetup bei seiner IT - egal ob privat oder geschÀftlich - vornehmen möchte, findet ebenfalls bei Heise Online eine gute Anleitung dazu.

Wie unterscheiden sich die AppStores von Google und Apple?

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infografik_4709_app_store_versus_google_play_n Infografik: App Store: mehr Umsatz, weniger Downloads | Statista

infografik9789dietop10iphoneappsindeutschlandn Infografik: Die Top 10 iPhone-Apps in Deutschland | Statista

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infografik4382appnutzungprominuteimmobileninternetn Infografik: Apps in Echtzeit | Statista

Dieses Kapitel entscheidet erneut Google fĂŒr sich, denn in Sachen Übersichtlichkeit und App-Angebot liegt der PlayStore ungeschlagen vorn. Auch hier stört mich Apple‘s Hang zum Minimalismus. Eine Übersicht installierter Apps fehlt mir sehr, zudem kann ich mit der Darstellungsform des App-Angebots und der Kategorisierung auch nach sechs Monaten nichts anfangen. Bei Android haben Nutzer zudem die Möglichkeit, selbst darĂŒber zu entscheiden, ob sie automatische Updates fĂŒr Apps zulassen wollen oder nicht. Bei Apple gibt es diese Freiheit nicht. Zudem spiegelt sich auch hier das ambivalente Bild von Datenschutz und Transparenz wieder: Wenn man ĂŒber den PlayStore eine App installiert, bekommt man eine Liste der Systemrechte, die die App einfordert. In iOS sieht man die App-Berechtigungen nach der Installation in den Einstellungen. Vor bzw. wĂ€hrend der Installation ĂŒber den AppStore bekommt man diese Info nicht so schön aufgetischt und muss dazu den Link zu den Datenschutzrichtlinien der App-Anbieter öffnen, die aber teilweise auch auf Englisch vorliegen und sich auch nicht unbedingt auf die konkreten Systemrechte, wie Mikrofon, Kamera, Kontakte, Dateien etc. beziehen. Immerhin hat Apple angekĂŒndigt, den AppStore mit iOS 11 zu ĂŒberarbeiten . Ich bin gespannt, ob sich da etwas tut.

Fazit und Empfehlung zum Vergleich von Android und iOS

Licht und Schatten bei beiden Systemen. Letztendlich habe ich mich fĂŒr iOS entschieden und eine schwere Umstellung in der Usability durchgemacht, den ich mir so nicht ertrĂ€umt hĂ€tte. Galt doch Apple stets als Musterbeispiel fĂŒr Design und, wie ich dachte, auch fĂŒr Usability. Stattdessen enttĂ€uschte mich das OS mit lĂ€stigen Workarounds, Umwegen in der Bedienung und halbgaren „Lösungen“ fĂŒr hausgemachte Probleme. Andererseits habe ich zuvor noch keine so hochwertige Hardware in meinen HĂ€nden gehalten, Haptik, QualitĂ€t der Telefonie-Akustik, Funkmodule – alles ohne Fehl und Tadel.

Schmerzlich musste ich feststellen, dass mein neues iPhone völlig inkompatibel zu meinem Linux-PC ist. Handy-Fotos muss ich seither aus der iCloud auf den Rechner bzw. die externe Festplatte herunterladen. Was brachte mich nun verdammt nochmal zu Apple? Das Apfel-Logo als Statussymbol? Nein, die Sicherheit durch regelmĂ€ĂŸige und zuverlĂ€ssige Systempflege und ein wesentlich besseres GefĂŒhl beim Datenschutz und der GerĂ€tesicherheit an sich. Außerdem sind mir 5“+ Smartphones fĂŒr die Hosentasche einfach zu groß, und so ließ mir Android keine Wahl.

Ich musste zu iOS wechseln, denn mir ist Security-by-Design wichtiger als etwas mehr Komfort bei der Bedienung – zumal auch Android nicht völlig frei von Usability-SchwĂ€chen ist.

Letztendlich ist es natĂŒrlich eine Frage der eigenen PrioritĂ€ten, welche Plattform besser geeignet ist. Hier meine Empfehlungen:

  • FĂŒr das eigene Smartphone mit echtem Benutzerkonto und entsprechenden persönlichen Daten (Kontakte, Nachrichten, Kalender usw.) empfehle ich dem weniger IT-affinen Nutzer ein iOS-GerĂ€t; demjenigen, der gern an Computern bastelt, empfehle ich hingegen ein Android-Phone ohne Google-Dienste und ggf. auch mit einem CustomROM.
  • FĂŒr gemeinsachftlich genutzte Tablets sind Android-GerĂ€te allein deshalb alternativlos, weil es in iOS keine Option gibt mehrere Benutzerkonten einzurichten.

Guten Gewissens empfehlen kann ich fĂŒr den Normal-Nutzer ohne spezielle IT-Ambitionen aus SicherheitsgrĂŒnden nur iOS oder Android auf Google-GerĂ€ten (Nexus oder Pixel), da diese regelmĂ€ĂŸige Sicherheits-Updates erhalten. Bei der Dauer der Systempflege hat Apple mit dem iPhone 4s mĂ€chtig vorgelegt: Fast 5 Jahre wurden fĂŒr das GerĂ€t regelmĂ€ĂŸig Updates zur VerfĂŒgung gestellt, auch wenn das immer wieder zu Lasten der Performance ging. Dennoch ist es meines Wissens das Smartphone mit dem lĂ€ngsten „Produktlebenszyklus“. Das Ende 2016 erschienene Google Pixel soll bis Oktober 2018 keine Updates mehr erhalten, ein Jahr spĂ€ter wird es auch keine Security-Updates mehr geben. Damit steht der Benchmark des iPhone 4s von fast 5 Jahren ein enttĂ€uschender Wert von 2 bzw. 3 Jahren entgegen.

Tipps fĂŒr Kunden von TecArt fĂŒr unsere mobilen Dienste

Mein Eindruck ist, dass die Nutzung der mobilen Angebote rund um die TecArt CRM & Business Software mit dem iPhone so gut lĂ€uft wie nie zuvor. Gerade die Ă€ußerst hilfreiche Funktion „TecArt-Push“ zur mobilen Synchronisation gelingt mit dem iPhone so zuverlĂ€ssig und umfangreich wie ich es zuvor mit dem Sony-Android in Version 5.1.1 nicht kannte. Alle Features (Kontakte, E-Mails, Termine, Aufgaben, Notizen) lassen sich zuverlĂ€ssig nutzen. Allerdings fehlt mir der Vergleich zu einem reinen und aktuellen Android-System – interessierte Nutzer sollten das unbedingt testen, bevor sie sich endgĂŒltig fĂŒr ein GerĂ€t entscheiden. Wir stellten zudem vor allem bei Samsung-GerĂ€ten mehrmals eine enorme Belastung der Server bei den Datenabfragen fest, was in einigen privaten Infrastrukturen bei Kunden mitunter auch Performanceprobleme verursachen kann.

Bei der Verwendung der TecArt Web-App gab es bei beiden Systemen nie Grund zur Klage. Leider können wir unsere Anrufe-App nur fĂŒr Android zur VerfĂŒgung stellen, weil Apple den Schnittstellenzugriff auf die Anrufe nur den zahlungskrĂ€ftigen „Enterprise-Kunden“ gestattet. Die native TecArt Mobile App steht wiederum fĂŒr beide Systeme zur VerfĂŒgung.