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Ein sportlicher Balanceakt: Mit Beruf, Familie und Weiterbildung den Wissensgipfel erklimmen

climbing-17613861920 Foto: skeeze auf Pixabay.com

Mit Familie und Job im GepĂ€ck, ist der Aufstieg zum Gipfel Ihres Wissensberges kein Spaziergang, sondern eher geplastert mit Gesteinsformen aller Art. Doch wĂ€hrend sich faustgroße Felsbrocken manchmal mĂŒhelos aus dem Weg kicken lassen, könnten sich bereits kleinste Kieselsteine als miese Ausrutschfalle entpuppen. Oder ein auf den ersten Blick wundervolles Mineral ist schlichtweg scharfkantig wie eine Rasierklinge oder gar tonnenschwer, wie ein beladener LKW. Kein Wunder also, dass bei so manchem GipfelstĂŒrmer das GefĂŒhl aufkommen kann, seine Expedition zieht sich wie Kaugummi in die LĂ€nge.

Jeder der beladen den Pfad der Erkenntis erklimmt, wird auf eine individuelle Balanceprobe gestellt. Doch so holprig oder langwierig der Weg auch sein mag, mit genĂŒgend WillensstĂ€rke, passender AusrĂŒstung und ab und an helfenden HĂ€nden wird es eine erfolgreiche Kletterpartie. Sie halten die FĂ€den in der Hand. Ziehen Sie an den richtigen StrĂ€ngen und Sie werden am Ende mit Ihrem ganz persönlichen Juwel belohnt!

Planen Sie eine Fortbildung oder ein Studium neben dem Berufs- und Familienalltag? Dann sind Sie hier genau richtig! FĂŒr diesen Artikel habe ich tief in meinem bisherigen Erfahrungsschatz herumgewĂŒhlt und daraus brauchbare Praxistipps fĂŒr Gleichgesinnte geborgen.

Im privaten NÀhkÀstchen gekramt

Wieso mich der Drang nach Abwechslung zum Klettern animiert?

Offen gestanden, ich gehöre zu den Menschen, die sich relativ schnell langweilen, wenn sich Aufgaben tĂ€glich wiederholen. Zwar ist es auch nett zu wissen, dass sich der folgende Tag genauso strukturiert wie der vorhergehende, aber auf Dauer fehlt mir da einfach die Abwechslung. Meine Umtriebigkeit bemerkten zu meinem GlĂŒck auch meine Vorgesetzten und suchten im Unternehmen eine passende Position fĂŒr mich. Im Innovationsmanagement beschĂ€ftige ich mich mit Ideen, Kooperationen und ProjektantrĂ€gen. Die Themenvielfalt und Herausforderung sind enorm. Aber auch Selbstmotivation, Durchhaltevermögen und LeidensfĂ€higkeit sind wichtig, da von einer Idee zum fertigen Antrag gern schon mal 12 Monate und mehr ins Land gehen.

Mein Privatleben ist mit Familie und Sport ebenso abwechslungsreich und recht gut ausgefĂŒllt. Und dennoch fehlt mir eine Art Legitimation meines Wissens. Meine Bildungskarriere der ausgelernten Fachinformatikerin und Abiturientin auf dem 2. Bildungsweg endete mit dem Bachelor in Psychologie. Doch der Drang nach Weiterbildung in einem Bereich der mir Spaß macht, wurde zunehmend grĂ¶ĂŸer. So fĂŒhrten mich Webinare und e-Learning zur IHK-geprĂŒften Projektmanagerin. Aber damit nicht genug. Der akademische Grad des "Master of Arts" war auf den Plan gerĂŒckt und fest in meinem Visier. Das Studium der Personal- und Organisationsentwicklung schloss ich im Oktober 2018 erfolgreich ab. Wie bereits die IHK-Ausbildung zuvor, geschah das alles neben dem Vollzeitberuf.

Nun hatte ich eine gute Grundlage geschaffen, um mich bei TecArt intensiver mit den Themen IT-Sicherheit und Datenschutz auseinanderzusetzen. Als zertifizierte Datenschutzbeauftragte und Ersthelferin bin ich Ansprechpartner fĂŒr die kleinen und großen Probleme. Was als NĂ€chstes kommt? In meinem Kopf reifen gerade neue Ideen zu klaren Zielen heran: Vielleicht eine Promotion zum Thema "Virtuelle RealitĂ€t im Arbeitsalltag" oder endlich Japanisch lernen? Egal wohin mein Weg der Herausforderung auch immer als NĂ€chstes abbiegt, es bleibt in jedem Fall spannend. Doch soweit genug zu meiner persönlichen Situation.

Aus großer Initiative folgen große Mehrwerte

Hört sich das fĂŒr Sie nach viel Arbeit, schlaflosen NĂ€chten und Dauerstress an?

Zugegeben, irgendwie war es das auch. Warum also tut man sich so etwas an? Was soll ich sagen? Ich wollte es einfach und möchte keine Sekunde und keinen Schritt missen. NatĂŒrlich spielen weitere Faktoren, wie die UnterstĂŒtzung des Partners und Arbeitgebers eine nicht ganz unbedeutende (Neben)Rolle. Doch lassen sich immer Kompromisse finden, wenn man fleißig danach sucht. Durch andere BerufstĂ€tige im Studium lernte ich verschiedenste Möglichkeiten kennen, wie verschiedene Unternehmen "Lernwillige" aktiv unterstĂŒtzen. Einige von ihnen zahlen einen Teil der StudiengebĂŒhren, andere bieten mehr Urlaubstage bei prozentualer Lohnminderung an oder lassen Überstunden fĂŒr die PrĂ€senztage abgelten. Ein doppelt lohnenswertes Unterfangen fĂŒr einen Arbeitgeber: Er hat nicht nur einen zufriedeneren Mitarbeiter mehr, sondern kann zudem die im Studium gewonnenen Erkenntnisse in das eigene Unternehmen einfließen lassen. FĂŒr den Studierenden liegen die Vorteile ebenso klar auf der Hand: Er kann Studieninhalte direkt und praxisnah im Unternehmen anwenden und sich zugleich Themen losgelöst aus dem Firmenkontext widmen. Win-Win hoch Zwei also!

Anwesenheit und Erreichbarkeit als Nonplusultra

Muss ich fĂŒr das Unternehmen und die Kunden denn stets und stĂ€ndig greifbar sein?

Unser Professor wĂŒrde sagen: "Das kommt darauf an." Insbesondere an PrĂ€senztagen ist man im Unternehmen nicht greifbar. An solchen Tagen muss das Urlaubskontingent herhalten oder es ist mit etwas GlĂŒck ein freier Tag oder Wochenende, an dem sowieso keine Kommunikation mit Kunden oder Mitarbeitern stattfindet. Baut man Überstunden ab, kann der Arbeitgeber dennoch Kontakt aufnehmen und einen sogar zum Arbeitsplatz bestellen.

Am eigenen Leib erprobt: Mein Praxisleitfaden fĂŒr Ihren Weiterbildungsweg

Wie stillen Sie Ihren Wissensdurst neben Job und Familie mit gesundem Kraftaufwand?

Gern gebe ich Ihnen nun ein paar Tipps und Kniffe weiter, durch die weder Kunden, Arbeitgeber noch Sie selbst unter Druck und BedrÀngnis geraten.

  • Gut geplant, ist halb gewonnen! Ihre PlĂ€ne sollten stets offen und ehrlich mit dem Arbeitgeber besprochen werden. Zeigen Sie ihm verschiedene Möglichkeiten auf, wie sowohl die Mitarbeiterpflichten im Unternehmen als auch Weiterbildungsangebote wahrgenommen werden können, ohne das eine Seite leiden muss! Oftmals haben schon andere Arbeitnehmer eine Qualifizierung anstrebt, sodass bereits entsprechende Konzepte im Unternehmen existieren.
  • Wer schreibt, der bleibt! GefĂŒhrte Absprachen sollten verschriftlicht werden. Eine perfekte Möglichkeit bietet die Verankerung der Fortbildung in einer individuellen Zielvereinbarung. So kann bspw. das gute Bestehen einer PrĂŒfung einen zusĂ€tzlichen Urlaubstag wert sein.
  • Ein Handwerker ist immer nur so gut wie sein Werkzeug! Moderne Technologien sind ein wertvolles Werkzeug im Spagat zwischen Fortbildung, Berufs- und Privatleben. Sie schaufeln uns etwas frei und ermöglichen eine kurzzeitige Abschottung, ohne wichtige Informationen zu verpassen. Die Nutzung passender Softwareanwendungen im Unternehmen bis hin zur eigenen Intranet-Plattform erleichtert nicht nur immens die Kommunikation, sie verschafft zudem auch den nötigen Überblick zu allen anstehenden Aufgaben - egal ob Job oder Uni. Die passende App zum System gewĂ€hrt darĂŒber hinaus Einsicht in den bisherigen Verlauf Ihres Projektes. Notfalls lassen sich so auch wichtige Informationen mit den Kollegen teilen und eine zeitnahe Abarbeitung ist garantiert.
  • Man kann nicht nicht kommunizieren! Alle Kunden bestĂ€ndig ĂŒber Ihre Abwesenheit zu informieren, ist schlicht unmöglich. Bedeutende Kunden kennen Ihre Kontaktdaten und werden Sie im Bedarfsfall anrufen oder eine Mail senden. Hier unterstĂŒtzen digitale Softwaresysteme ebenfalls in hohem Maße. Abwesenheitsnotizen und Stummschaltung bieten oftmals erste Abhilfe. Verpasste Anrufe und Mails lassen sich in den Lernpausen sichten und so zeitnah beantworten. Besonders charmant wird es, wenn das Unternehmen mit einer integrierten Unternehmenssoftware arbeitet, die praxisbewĂ€hrte Features wie Push-Dienste anbietet . Damit werden Ihre Termine, Aufgaben und Mails einfach direkt auf Ihrem Smartphone abgeglichen. So ist die Zusage zu einem Meeting in Sekundenschnelle erledigt.
  • Wir machen den Weg frei! Festlegungen schaffen FreirĂ€ume - und diese sind fĂŒr Sie essentiell! Schalten Sie das Smartphone an Veranstaltungstagen um 19 Uhr einfach mal aus! Auch das Notebook dient neben der Entspannung lediglich der Vorbereitung des nĂ€chsten PrĂ€senztages. Zwar sind Sie nicht Vorort, dennoch mĂŒssen Veranstaltungen vor- und nachbereitet werden. HierfĂŒr sollte ein fester Termin in der Woche gesichert werden, den auch Freunde und Familie kennen.
  • Zusammen ist man weniger allein! Der Austausch mit Gleichgesinnten bzw. Kommilitonen ist wichtig. Auch andere Teilnehmer mĂŒssen ihren Alltag zwischen Job, Privatem und Weiterbildung arrangieren. Sie stehen vor den gleichen Problemen, woraus sich brauchbare LösungsansĂ€tze ergeben können. Diese gemeinsam zu entwickeln, hilft on top auch noch den Zusammenhalt in der Studiengruppe zu stĂ€rken.
  • Nur wer mitmacht, kann auch gewinnen! Zu guter Letzt hat eine Fortbildung auch immer viel mit Eigeninitiative, Disziplin und Ausdauer zu tun. Doch gönnen Sie sich und Ihrem unbĂ€ndigen Ansporn ab und an eine wohlverdiente Pause, damit nicht alles zum nervenaufreibenden Kraftakt wird! Und scheuen Sie sich nicht, Kollegen, Arbeitgeber, Kunden und Familie auch mal um UnterstĂŒtzung oder Hilfe zu bitten!

Hoffentlich helfen Ihnen meine nicht ganz neuen Tipps bei der Planung und Umsetzung Ihrer kognitiven Kletterpartie weiter. Ich wĂŒnsche Ihnen jedenfalls viele spannende Meilensteine auf Ihrem Weiterbildungspfad. Packen Sie es an und wagen Sie - am besten heute noch - den ersten Schritt zu Ihrem persönlichen Wissensgipfel!